Geschichte

DDR-GESCHICHTE IN DER EHEMALIGEN PARTEISCHULE IN ERFURT ERLEBEN

Die ehemalige SED-Bezirks-Parteischule, seinerzeit „Rotes Kloster“ genannt, ist für fast jeden Erfurter bis heute ein Begriff. Der große Gebäudekomplex, eingefasst von viel Grün, verkörpert die typische Architektur der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Die ehemalige SED-Bezirksparteischule „Ernst Thälmann“ wurde von einem Architektenkollektiv des ehemaligen Wohnbaukombinats entwickelt. Die Architekten Heinz Gebauer, Walter Schönfelder, Erich Neumann und Gottfried Mempel entwarfen den Schulkomplex mit Internat. Hannelore Henze war für die Freiraumgestaltung verantwortlich.

Der Architekt Heinz Gebauer setzte ein ambitioniertes Konzept in die Tat um: Es entstand ein aufwendiger Stahlskelett-Bau, die Fassade erhielt als Verkleidung blaue Aluminium-Elementen.

Der vierflügelige, in sich geschlossene Komplex wurde zwischen 1969 bis 1972 errichtet und ist mit seinen monolithischen Baukörpern ein typisches Beispiel für die DDR-Architektur der 1970er Jahre, auch wenn diese Baukörperanordnung in der ehemaligen DDR nicht oft verwirklicht wurde. Ähnliche Kombinationen wurden unter anderem in Schleusingen und Rostock gebaut.

Die Parteischule war opulent ausgestattet – mit Kronleuchtern, edlen Hölzern und viel Kunst im Stil des sozialistischen Realismus. Die großen Wandmalereien von Werner Wagner und Siegfried Terber sind ebenso ein optischer Blickfang wie die „Hamburger Trilogie“ ein Werk von Gerhard und Kurt Müller.

Denkmalgeschützte Architektur – die Erhaltung und Sanierung des Ensembles ist unser Ziel

Alle anderen ehemaligen Parteischulen haben nach 1990 tiefgreifende Veränderungen erfahren: In ihrer ursprünglichen Form sind sie, anders als in Erfurt, nicht erhalten geblieben.

Der bauliche Zustand der ehemaligen Erfurter Bezirksparteischule dagegen ist in seiner ursprünglichen Form noch erhalten und gehört zu den bedeutenden Bauten aus der Zeit der DDR. Die vollständig erhaltene Innenausstattung und nicht angetastete äußere Gestaltung ergeben ein geschlossenes Gesamtbild DDR-typischer Architektur und künstlerischer Auffassung. Deshalb wurde der Komplex 2008 in das Denkmalbuch des Freistaates Thüringen eingetragen. Zahlreiche Gründe haben dazu geführt, die alte Alte Parteischule in Erfurt unter Denkmalschutz zu stellen:

  • Der hervorragende Überlieferungszustand – Fassadenflächen und Grundrissstrukturen sind unverändert überliefert. Das Gebäudeensemble ist die einzige im Ganzen sehr gut erhaltene Bezirksparteischule – die anderen in den siebziger Jahren entstandenen Gebäude dieser Art sind bis heute erheblich umgestaltet worden.
  • Bedeutend ist der gesamte Komplex für Stadt- und Landesgeschichte, für die Geschichte des Partei- und Bildungssystems der DDR und für die Architekturgeschichte. Der Gesamtkomplex hebt sich künstlerisch-ästhetisch und gestalterisch von der gewöhnlichen Plattenbauweise ab, denn hier findet sich trotz vorgefertigter Bauelemente eine individuelle Gestaltung – vor allem in den Eingangsbereichen. Die Aufnahme in den „Architekturführer Thüringen“ unterstreicht das Gewicht der Alten Parteischule als architektonisches Denkmal. Als unverwechselbares Gebäudeensemble ist die Alte Parteischule auch städtebaulich bedeutsam.
  • Nicht zuletzt: Das Gebäude zeigt die Lebens- und Arbeitsumstände im Bildungssystem der DDR.

1989 wurde die Parteischule geschlossen. Das Land Thüringen nutzte das Gebäude bis 2011 als Gästehaus. Seit 2012 privatisiert, bemühen die Betreiber sich heute, das Ensemble als Ganzes zu erhalten und zu sanieren.

Von der Geschichte in die Gegenwart: Die alte Parteihochschule als Filmlocation

Nach dem Ende der DDR hat sich die Alte Parteihochschule mit ihrem acrchitektonischen Charme der 70er Jahre zu einer beliebten Filmlocation entwickelt. Hier eine Liste der Filme, die u.a. in unserem Haus gedreht wurden:

  • Erich Mielke – Meister der Angst (Looks Filmproduktion 2014/15)
  • Für immer ein Mörder – der Fall Ritter (FFP New Media GmbH 2013)
  • Friends from France (Vandertastic – Hanneke van der Tas 2011)
  • The Woman Who Brushed Off Her Tears (ostlicht filmproduktion GmbH 2011)
  • Sushi in Suhl (Starcrest Media GmbH 2011)
  • Zimmer 205 (Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH 2010)Das letzte Schweigen (cine plus Filmproduktion GmbH 2009)
  • Liebe Mauer (Relevant Film 2009)
  • Jenseits der Mauer (Ziegler Film 2008)
  • Ossi’s Eleven (Entertainment Factory GmbH 2007)

Auf der Website der Mitteldeutschen Medienförderung ist die Alte Parteischule als geeignete Filmlocation zu finden.

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